Seit 2005 nimmt die Friedrich-Alexander-Universität am Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot teil. Den Studenten wird hierbei eine einmalige Gelegenheit geboten ihre juristischen und rhetorischen Fähigkeiten zu schulen und ihren Horizont über das klassische Jurastudium hinaus zu erweitern. Einen Artikel über die Eindrücke unseres Teams beim 9. Willem C. Vis (East) Moot 2012 in Hong Kong finden Sie in der September-2012-Ausgabe des ernst auf Seite 18.
Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot ist ein
alljährlich stattfindender studentischer Wettbewerb auf dem Gebiet
des internationalen Wirtschaftsrechts, der von den teilnehmenden
Studenten eine intensive Auseinandersetzung mit Problemen aus den
Spezialgebieten der privaten Schiedsgerichtsbarkeit und des
UN-Kaufrechts (CISG) erfordert.
Freundschaftlich konkurrierend treten im Rahmen des Moot ca. 200 Teams
aus ca. 50 Ländern gegeneinander an; Richter, Schiedsrichter, Anwälte
und Professoren aus der ganzen Welt fungieren als Schiedsrichter.
Hierdurch entsteht ein besonderes internationales Klima, was zum
weltweiten renommierten Ruf des Moot beigetragen hat.
Organisator ist seit 1993 das Institute of International Commercial
Law an der Pace University aus New York in Zusammenarbeit mit
UNCITRAL (United Nations Comission on International Trade Law),
renommierten Schiedsinstitutionen und der Rechtswissenschaftlichen
Fakultät der Universität Wien.
Der "Moot" als simulierter (Schieds-) Prozess hat seine Wurzeln in
der angelsächsischen Rechtsausbildung. Die Studenten treten
anwaltlich für eine Partei in einem fiktiven Prozess auf und führen
die mündliche Verhandlung - im internationalen Bereich meist
zwangsläufig auf Englisch - mit dem Ziel, das Schiedsgericht für die
vertretene Position zu gewinnen. Geübt und bewertet werden hier die
für Juristen grundlegenden Fähigkeiten: sicher zu verhandeln und
sowohl fachlich als auch durch die Art der Präsentation zu
überzeugen.
Hierfür verlangt eine Teilnahme am Vis-Moot kontinuierlichen
Arbeitseinsatz über den Zeitraum eines halben Jahres: von der
Ausgabe des Problemsachverhalts Anfang Oktober, über die Erstellung
zweier Schriftsätze - nacheinander jeweils für Kläger- und
Beklagtenseite - bis hin zu den mündlichen Verhandlungen, welche als
Abschluss und Höhepunkt des Vis-Moot vor Ostern eine Woche lang in
Wien stattfinden.
An deutschen Jurafakultäten gibt es derzeit keinen vergleichbaren
nationalen Wettbewerb, der in einzigartiger Weise die (Team-)Fähigkeiten
des einzelnen Studenten fördert und entwickelt, aber auch ein Forum
für freundschaftliche Konkurrenz zwischen den Universitäten ist.
Eine Teilnahme am Vis-Moot ist demnach eine einmalige Gelegenheit
für alle diejenigen, die sich einer fachlichen Herausforderung
stellen möchten und gleichzeitig erste, nützliche und
unvergleichliche Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln
möchten!



